Die Dienstleistungsniete

Da fällt es mir wieder ein, ein Dienstleister sollte man sein oder etwa doch nicht? In diesem Fall handelt es sich heute und hier eher um die selbstständigen Dienstleister. Die einen haben begriffen, dass die Selbstständigkeit ein Thema ist, bei dem einem der Verdienst nicht unbedingt in den Schoß fällt, andere wohl eher nicht. Eine Firma zu gründen, damit ist es schnell getan aber dann dauerhaft durchzuhalten und seine Existenz zum Erfolg zu führen ist nicht immer unbedingt einfach. Dennoch gelingt es vielen ihr eigenes Unternehmen positiv nach vorne zu bringen. Bei dem einem dauert es ein wenig länger, andere erreichen dieses Ziel schon innerhalb kürzester Zeit. Aber warum ist das so? Das kann ich Dir genau sagen- diese Menschen haben begriffen, was es heißt selbstständig zu sein. An erster Stelle steht hier der König Kunde und wer diesen König mit seiner Arbeit positiv beeindrucken kann, wird weiterempfohlen und ist auch dementsprechend erfolgreich.

Hier aber ein Beispiel wie man es eigentlich nicht machen sollte.

In unserem kleinen Örtchen hatte so etwas gefehlt. Ein Dienstleister mit einem Geschäft für Haushaltsgeräte aller Art mit dem rundum Service (Liefern, Anschließen und so weiter). Hier wollten die Einwohner nicht erst kilometerweit fahren um eine Waschmaschine oder einen Herd zu kaufen um das ganze dann selbst anzuschließen. Nein, direkt vor Ort, dass wäre schon top. Und es kam der Tag, dann war es endlich soweit. Ein Bewohner des Ortes machte sich selbstständig und eröffnete genau dieses Geschäft. Gleich in den ersten Tagen stattete auch ich diesem Herrn Unternehmer einen Besuch ab und wie das auf dem Dorfe so ist, hält man ja mit jedem Kunden mal einen Plausch. Wenn im Laden dann auch kein weiterer Kunde ist kann man ja mal etwas Gesprächszeit opfern. Ich betrat den Laden um ein Ersatzteil zu bestellen und ich ging nach meiner Bestellung auch schon wieder. So ein wortloser Mensch, der hat ja ausser der Begrüßung, den Bestellfloskeln und der Verabschiedung nichts aber auch so überhaupt nichts geredet. O.K. dachte ich mir, der Mensch an sich ist nicht jeden Tag gleich, gebe ich ihm noch eine Chance und ging wieder. Beim Abholen des Ersatzteiles das gleiche Spiel. Wir hatten einfach nichts zu reden, ich fand auch überhaupt keinen Ansatz um mich mit ihm zu unterhalten und bin dann, wenn ich merke das der andere nicht will, auch nicht gesprächsinteressiert.

Es vergingen nur wenige Wochen und dann war das Geschäft schon wieder geschlossen, aber was war der Grund? Ja wer nicht nur wortlos sondern an anderer Stelle zu hochnässig ist, der kommt oft schnell zu Fall. Vielen Kunden aus dem Ort erging es so wie mir. Keiner konnte sich mit diesem Menschen unterhalten, er wirkte so arrogant und herablassend und wenn dann ein Kunde länger als 10 Minuten im Geschäft war und nichts kaufte bekam er auf unelegante Art und durch die Blume mitgeteilt, dass dies keine Aufenthaltshalle sondern ein Geschäft sei. Oh, oh,oh.

Den letzten Schliff zum Absturz seiner Firma verpasste er sich selbst mit der Auslieferung einer Waschmaschine. Der Kunde hatte vor seiner Hauseinfahrt das Auto geparkt. An der Heckscheibe versehen mit dem Aufkleber seiner Fußballmannschaft, seines Vereines. Dafür ist er Feuer und Flamme, es ist sein Leben.

Da kommt dieser „Mensch“ und will die Waschmaschine anliefern und sieht dieses Auto mit dem Aukleber.

Ich kenne niemanden, und schon gerade keinen selbstständigen Menschen, der etwas verkaufen möchte und dann entgegen des Kunden seine eigene Meinung einbringt. Er aber sagte zu seinem Kunden folgendes.

„Sag mal, warum hast Du denn so einen Aufkleber auf dem Auto, wie kannst Du denn auf so eine Mannschaft abfahren? Die kannste doch voll vergessen“? Au Backe.

Das Resultat kann sich der eine oder andere wohl schon denken und der Kunde hat völlig richtig gehandelt. Hat sich das Gelaber von dieser Dienstleistungsniete angehört ist schön ruhig geblieben, hat die Waschmaschine schön vom Transporter runterladen und bis vor die Haustür schleppen lassen und dann beim Abstellen in einem ganz ruhigem Ton zu diesem Haini gesagt.

„Jetzt nimmst Du Dich und Deine Waschmaschine und bist hier innerhalb kürzester Zeit vom Grundstück verschwunden, ansonsten passiert hier gleich ein Unglück“!

Haha, damit hatte er wohl nicht gerechnet. Ohne weiteres war er samt der Waschmaschine verschwunden und schon eine Woche nach dem Vorfall war das Geschäft ausgeräumt und geschlossen. Es heißt nicht umsonst: „Hochnässigkeit kommt vor dem Fall“

Ich frage mich noch heute: Wie kann ein Mensch nur so blöde sein und sich in private Kundenangelegenheiten einmischen. Wer einen Aufkleber sieht und den Kunden auch zur Zufriedenheit und zum nächsten Einkauf locken will, der ist doch immer für den Verein und niemals dagegen, wenn es auch nicht wirklich so ist, aber das muss ja der Kunde nicht wissen.

Also Du Dienstleistungsniete, du absolutes arogantes etwas der Hochnässigkeit, vielleicht haste ja gelernt, dass Du mit der Kundschaft nicht umgehen kannst wie Du es möchtest. Es gibt auch andere Möglichkeiten um seine Haushaltsgeräte und obendrauf einen guten Service zu bekommen. Im Nachbarort hat jetzt ein derartiges Geschäft mit Service eröffnet. Dieser Selbstständige ist Mensch, hat ein offenes Ohr für seine Kunden und kommt auch nach Feierabend und am Wochenende zur Reparatur vorbei. Er sagte neulich zu mir: Wenn die Mutti Ihre Schlüpper nicht mehr waschen kann oder der Vater kein warmes Essen bekommt weil gerade irgendwo ein kurzer drin ist, dann bin ich da. Find ich gut, finden wir alle hier klasse und kaufen gerne dort ein.

Schorschi einst und heute