Die Postklatsche

Gerne haben wir etwas zu meckern wenn es um große Unternehmen in Deutschland geht. Dazu gehören unter anderem: Die Deutsche Bahn, Flugunternehmen, die Deutsche Post und so weiter und so weiter. Jeder von uns hat da wohl schon so seine Erfahrungen gemacht, die einen mehr und mit großem Ärger verbunden, die anderen wieder weniger aber letzendlich doch mit einem unvergesslichen Ende.

Mein Ärger fällt dementsprechend wohl eher klein aus, er betrifft noch nicht einmal mich selbst, dennoch habe ich mich einmal mehr über die Deutsche Post geärgert.

Der Fall: Postmitarbeiter in den Filialen der Deutschen Post sind oft gestresst. Der Laden rammelvoll und die Kunden sind nervös, alle haben keine Zeit und die Schlangen wereden länger und länger. Das erlebst Du in fast jeder größeren Stadt. Nun gibt es dann ja da noch (das ist mir auch überall aufgefallen) in jeder Filiale der Deutschen Post, die Mitarbeiter die schon mehrere Jahrzehte dort arbeiten und einfach nur noch funktionieren. Ich habe überhaupt nichts gegen ältere Arbeitnehmer, bei den jungen kann es genau so gehen, aber Kundenfreundlichkeit und Kundenzurechtweisungen sind nun mal zwei unterschiedliche paar Schuhe.

So geschah es dann auch. Ich begab mich in eine niedersächsische Postfiliale und wie sollte es anders sein, ich stand an.

Vor mir eine ältere gepflegte Dame, die, wie sich später herausstellte im Auftrag ihres Sohnes dort war. Als sie nun an der Reihe war, bediente sie der ältere Herr mit der schlechten Laune so, wie ich es nicht anders von ihm kenne. Einfach miserabel.

Die Dame sprach sehr leise, was ja auch in Ordnung ist und so konnte ich immer nur die sehr lauten und demütigenden Worte des Postlers verstehen. Wie bereits erwähnt, hatte ihr Sohn sie losgeschickt, da er wohl selbst zu den Öffnungszeiten der Post arbeitet, und hatte Ihr deshalb seine EC Karte mitgegeben. -Sie hatte es nun gewagt ihr Anliegen vorzubringen und die EC Karte (zwecks Kontodaten) ihres Sohnes vorzulegen. Der Postler wies die Dame sofort in die Schranken und fast jeder im Raum hat zugehört. Die anderen Mitarbeiter hatten dazu keine Zeit, die waren selbst mit ihren Kunden beschäftigt. So sprach er zu ihr:

„Warum sind Sie im Besitz der Karte Ihres Sohnes? Das ist Betrug, wissen Sie das? Sie dürfen die Karte überhaupt nicht haben? Wiso sind Sie und nicht Ihr Sohn hier“? und dann immer in Reihe gestaffelt und immer lauter die gleichen Worte. Am liebsten hätte ich dem Typen eine geknallt. Was ist das denn für ein Service? Wenn ich jemanden zutrauen würde, dass er/sie die Karte eines anderen geklaut hat oder unerlaubt entnommen, dann wohl jedem anderen aber nicht der älteren Dame vor mir, die in ihrer Funktion als Mutti gerne für ihren Sohn unterwegs war. Sie war mittlerweile total eingeschüchtert und ich weiß nicht ob Sie die Sache für ihren Sohn noch regeln konnte? Ich denke mir zumindest, dass sie dort nie wieder hingehen wird.

Ich bin dann von einem weitereren, einem freundlichen Mitarbeiter, bedient worden. Dem anderen hätte ich wohl gerne mal meine Meinung gegeigt, dass ging nur an diesem Tag nicht da er stetig im Kundengespräch war und ich mich hätte neu einreihen müssen, bin ja kein Kerl der einfach so dazwischenlabert um seinem Ärger Luft zu machen obwohl er die Bloßstellung verdient hätte. Ich habe es mir aber nicht nehmen lassen und bin ein paar Tage später nochmal hin habe mich brav und artig angestellt und ihm sein Fehlverhalten aufgezeigt. Einsicht sieht oft anders aus.

Wie beschrieben, ich habe Verständnis für jeden Mitarbeiter der in öffentlichen Berufen arbeitet. Viel muss man auch von Seiten der Kundschaft einstecken und ist vielleicht nicht an jeden Tag gleich. Wenn ich aber meine Augen und Ohren öffne und sehe, dass bei jedem Gang in die Filiale dieser eine Mitarbeiter besonders mies drauf ist, dann ist da wohl Hopfen und Malz verloren gegangen. Mein Postmann des Jahres wirst Du mit Sicherheit nicht und auch wegen Menschen wie Dir kommen Unternehmen wie die Post in die Negativ-Schlagzeilen.

Schorschi einst und heute