Was für ein Feger

Was für ein Feger und ab und an sogar ein heißer? Im weiter gedachten Sinne schon, aber dann wieder überhaupt und ganz und gar nicht. Warum, dass möchte ich Dir gerne erzählen.

So wie täglich hat ein Schimmel schon über viele Jahre unter der Woche immer am frühen Abend Feierabend, meine Liebste allerdings auch. So kommt man dann zum Beispiel am Dienstag Abend nach Hause und will seinen Feierabend genießen und was passiert dann? Du machst den Briefkasten auf und da steckt die pure Ironie in Form einer Termininformation. Eingelegt in unseren Briefkasten vom Schornsteinfegermeister aus dem Ort – höchstpersönlich.

Darauf steht allen ernstes: Ich komme morgen zwischen 8 und 10 Uhr zum Fegen. Ihr Schornsteinfeger „Fritze was weiß ich“.

Morgen???, -was-, ich lese doch wohl nicht richtig. Da ist der ganze Abend versaut weil man sich nur aufregen kann. Gibt ja keine arbeitenden Menschen, die eventuell mal zwei Wochen vor dem Termin informiert werden könnten um dann einen Tag frei zu nehmen? Ach nein, nur ein Schornsteinfeger arbeitet und wenn er dann zweimal im Jahr an Deiner Haustür klingelt und Zeit für Dich hat, hast Du gefälligst zu Hause zu sein. So ist es. Aber nicht mit mir, Sie feiner Herr Feger.

Dieses Termindesaster spielte sich immer und immer wieder ab, alle ca. halbe Jahr auf´s neue. Da denkst Du der macht das mit Absicht. Heute Zettel im Briefkasten, morgen Termin. Im weiteren der Vermerk: „Sollten Sie diesen Termin nicht wahrnehmen können, so rufen Sie bitte zur Geschäftszeit: Montags bis Freitags in der Zeit von 07:00 Uhr – 08:00 Uhr an. Ja was sollte ich machen: Zu jedem Termin habe ich mich bequemt und den Termin verschoben und das so wie es mir dann passte. Wenn man mir so kommt, kann ich auch anders.

Der Herr Schornsteinfegermeister hatte eine Auszubildende und wenn die zu den Bürozeiten den Hörer abgenommen hat war sie fit, freundlich und ausgeschlafen. Neuer Termin gemacht, alles paletti. Einmal hat meine liebste aber morgens dort angerufen und der Herr Schornsteinfeger war am Telefon. Man muss sich das mal vorstellen, die Angestellte Azubine immer freundlich und was macht der, kraucht zu den Bürozeiten aus dem Bett und meldet sich nicht mit dem Namen sondern mit einem gähnenden unfreundlich klingendem „Was“. Na da war meine zarte Blume aber auch gleich auf 180. So viel Freundlichkeit am frühen Morgen, oh-oh. Sie brachte ihr Anliegen vor und er fragte, ab wann denn bei uns immer jemand erreichbar ist. Sie sagte „ab 17 Uhr“. Da lachte er und sagte nur: „Och nein, da habe ich doch schon lange Feierabend.“ Da erwiderte meine zarte Blume. „Na dann können Sie ja sicherlich morgens um 4:30 Uhr vorbeikommen, um 5:00 Uhr fahren wir zur Arbeit, das heißt natürlich nur, wenn Sie da schon ausgeschlafen haben“ und legte den Hörer auf. Das saß anscheinend, denn es war dann sage und schreibe ein halbes Jahr Ruhe, kein Schornsteinfegermeister in Sicht.

Dann kam die Zeit in der Schornsteinfeger auch offiziell Wartungen an der Heizung ausführen durften, wenn man mit ihnen einen Vertrag macht und seinen alten Wartungsfritzen in den Wind schießt. Plötzlich und völlig unerwartet wandelte sich dieser Mensch und schaltete von Muffel auf oberfreundlich um. Der gibt einem sogar die Hand, was ist denn das? Und dann fing er an: Wenn Sie es wünschen warte ich Ihre Heizung termingerecht einmal im Jahr. Ach so, daher die plötzliche Wandlung dieses Schornsteinfegermeisters, der hatte schon die Eurozeichen in den Augen und wollte in Zukunft erst so richtig absahnen. Es reichte und Ich sagte nur zu ihm. „Du kannst denken was Du willst, Du falscher Fufziger, schaffst es noch nicht einmal rechtzeitig einen Termin anzukündigen, geschweige denn morgens den Arsch aus dem Bett zu heben um an das Telefon zu gehen und dann willst Du bei mir die Heizung warten? Da kannst Du aber warten bis zum Sankt Nimmerleinstag“. Sofort war Ruhe, er machte seine Arbeit in Windeseile fertig, kassierte seinen Schein und düste ab. Seither kommt nur noch die freundliche Azubine, jetzt ausgelernte Fachfrau zu uns, die weiß schon selbst was sie von Ihrem Chef zu halten hat und geht hoffentlich bald selbst ihren eigenen Weg, denn wenn Sie Schornsteinfegermeisterin wird, darf Sie uns zukünftig auf das Dach steigen, in den Keller oder sonst wo. Die Systeme werden ja auch immer moderner.

Schorschi einst und heute